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#Macht #Social Media #Erinnerungskultur

Samstag, 11. Juni
09:15 bis 10:45 Uhr
Raum 2060

Medien ermöglichen erst die Verständigung über jene Prozesse, die als "Erinnerung" bezeichnet werden: Die Vergegenwärtigung von Teilen der Vergangenheit, die den Erinnernden als bedeutsam erscheinen. Werden diese Prozesse von Gruppen vorgenommen, ist die Bestimmung der Bedeutsamkeit auch mit sozialen Intentionen verbunden. "Erinnerungskultur" ist immer auch "Geschichtspolitik" - in den Prozessen kollektiver Erinnerung bilden sich gesellschaftliche Machtkonstellationen ab (Ziegler 2014).

Welchen Einfluss auf die Machtstrukturen und die Prozesse der Erinnerungskultur haben Veränderungen des Mediendispositivs, wie sie sich mit dem digitalen Medienwandel gegenwärtig zu vollziehen scheinen? Erfüllen die sozialen Medien jene Hoffnungen einer herrschaftsfreien, oder zumindest demokratischeren Öffentlichkeit, wie sie in jüngster Zeit als möglich erachtet wurde (u.a. Habermas 2008; Shirky 2008)? Verschieben sich etwa die Machtverhältnisse im geschichtspolitischen und erinnerungskulturellen Diskurs? Haben Laien dank den Social Media die Möglichkeit, die professionellen VertreterInnen medialer und wissenschaftlicher Institutionen herauszufordern? Haben Sie die Macht, eigene Formen der Erinnerungskultur zu entwickeln? Oder vervielfältigen die Social Media einfach nur die Aussagen und Positionen bereits etablierter Instanzen im geschichtspolitischen Diskurs und generieren undurchdringliche "Filter Bubbles" (Pariser 2011)?

Dieser Frage soll an zumindest an zwei Beispielen erläutert und in Umrissen skizziert werden: Einerseits soll eine Analyse des Diskurses in Social Media (v.a. Twitter) zu den Jubiläen der Schweizer Geschichte im Jahr 2015 vorgestellt werden (Jan Hodel). Ein weiterer Beitrag befasst sich mit Konsequenzen, dass in digitalen Medien Berichte von Zeitzeuginnen und Zeitzeugen nicht nur einfacher aufzufinden, sondern auch einfacher herzustellen und zu verbreiten sind (Nadine Fink).

Ein dritter Beitrag thematisiert die Public-History-Aktivitäten von HistorikerInnen und Laien bei Facebook, Twitter und in Blogs zum hundertjährigen Gedenken an den Ersten Weltkrieg (Mareike König).

Literatur

- Habermas, Jürgen: Hat die Demokratie noch eine epidemische Dimension? Empirische Forschung und normative Theorie, in: Habermas, Jürgen: Ach, Europa. (Kleine politische Schriften, XI), Frankfurt a. M. 2008, S. 138–192

- Pariser, Eli: The filter bubble. What the Internet is hiding from you, New York 2011.

- Shirky, Clay: Here Comes Everybody. The Power of Organizing Without Organizations, New York 2008.

- Ziegler, Béatrice: "Erinnert euch!"- Geschichte als Erinnerung und die Wissenschaft. In: Gautschi, Peter (Hrsg.): Der Beitrag von Schulen und Hochschulen zu Erinnerungskulturen, Forum Historisches Lernen, Schwalbach/Ts 2014, S. 69–89.

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