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Le pouvoir des algorithmes. Technologies numériques et rapports de force au XXe-XXIe siècles

Donnerstag, 9. Juni
09:15 bis 10:45 Uhr
Raum 3077

Digitale Technologien sind aus historischer Perspektive relativ junge Phänomene, die in ihrer technischen Dimension oft als neutral wahrgenommen werden. An diesem Punkt setzt das Panel an und fragt nach Algorithmen der Macht und ihrem Einfluss auf Gesellschaften seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Der Begriff des Algorithmus steht dabei beispielhaft für alle Faktoren, die für Benutzer nicht ohne weiteres sichtbar und nur mit hochspezialisiertem Wissen nachvollziehbar sind. Anhand dreier Fallstudien soll gezeigt werden, wie digitale Entwicklungen und Anwendungen Machtverhältnisse stärkten, hinterfragten oder unterliefen. Im Mittelpunkt des Panels stehen dabei die Aspekte Sicherheit, Öffentlichkeit und Erinnerung.

Das Paper von Hannes Mangold (ETH Zürich) über „Rasterfahndung, oder: Die algorithmische Suche nach Sicherheit“ stellt die technischen, sozialen und epistemischen Veränderungen in den Mittelpunkt, die mit der Digitalisierung der westdeutschen Kriminalpolizei einhergingen. Valérie Schafer untersucht Aushandlungsprozesse zur Regulierung von Informationen in der frühen Phase des world wide web in Frankreich. Anna Jobin und Stéphanie Prezioso analysieren die zeitgenössischen Auswirkungen von automatischen Suchvorschlägen auf die Wahrnehmung historischer Ereignisse, im konkreten Fall auf die Wahrnehmung des Ersten Weltkriegs.

Anhand der drei Fallbeispiele können schliesslich allgemeine Aspekte des Umgangs der Geschichtswissenschaften mit Algorithmen als technischem und kulturellem Phänomen ebenso diskutiert werden wie die Frage nach dem spezifischen Wissen, das nötig ist dieses besondere Quellenmaterial für die Geschichtswissenschaften zugänglich zu machen.

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